Ein Projekt des
Frauenbund Bayern

Der Frauenbund

Ich bin dabei!

Was? Du bist beim Frauenbund? Das hätte ich ja nie gedacht! Sind das nicht die älteren Damen, die sich zum Basteln treffen und auf dem Weihnachtsmarkt den leckeren Kuchen verkaufen? Ja, dafür steht der Frauenbund auch. Aber das ist noch lange nicht alles. Sonst wäre ich ja wohl keine Frauenbundfrau. Schau Dir doch hier gleich einmal an, was der Frauenbund für jüngere Frauen tut.

Wie ich zum Frauenbund gekommen bin?

Hier kommt wieder meine Mimi-Oma ins Spiel. Sie ist mit ganzem Herzen Frauenbundfrau und veranstaltet jedes Jahr mit ihrem Zweigverein einen superlustigen Faschingsball. Mit Tanz, Musik und witzigen Einlagen. Da geht wirklich der Punk ab. Immer, wenn in einem der Theaterstücke eine junge Wilde gebraucht wurde, war ich am Start. So habe ich die Frauen kennen gelernt – junge und ältere – und gemerkt, dass sich dort viele tolle Frauen engagieren. Mein Tipp für Dich: Der Frauenbund gibt eine echt gute Zeitschrift speziell für uns Frauen raus. Mal was anderes, ganz ohne Mode- und Diättipps. Hier kannst Du direkt reinblättern.

Der Frauenbund – interessante Projekte, wichtige Themen

Allein in Bayern sind es 165.000 Frauen, die dem Frauenbund – dem größten Frauenverband im Freistaat – sein Gesicht geben. Was vor mehr als 100 Jahren begann, ist auch heute noch eine Erfolgsgeschichte: Im Frauenbund vernetzen sich Frauen mit Frauen und machen sich stark für Frauen. Der Frauenbund steht für Gemeinschaft, Bildungsangebote, Lobbyarbeit u.v.m. Schau Dir doch einfach an, ob Dich nicht das eine oder andere Projekt oder Seminar interessiert. Im KDFB-Bildungsprogramm hast Du die Qual der Wahl!

Schon gewusst?

Der Frauenbund macht sich mit seinem VerbraucherService Bayern stark für Verbraucher und Verbraucherinnen. Und unterstützt in Krisensituationen mit seinem Familienpflegewerk Eltern und Kinder.


Du hast Fragen? Dr. Elfriede Schießleder antwortet

Dr. Elfriede Schießleder - Frauenbund BayernDr. Elfriede Schießleder ist Theologin und Caritaswissenschaftlerin und Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V.

Ist der Frauenbund noch katholisch, wenn er über Eherecht informiert?

Aber natürlich. Das ist auch gar nichts, was es erst in unserer Zeit gibt. Schon in der Urkirche gab es die Frage danach, welche Konsequenzen es hat, wenn Christen heiraten (Ist allein leben besser? Sollten Verwitwete ledig bleiben? Was passiert wenn ein Gläubiger einen Nicht-Glaubenden heiratet? u.v.m.). Im Lauf der Geschichte ist die gängige Ehelehre immer wieder hinterfragt und aktualisiert worden, ganz nach den besonderen Erfordernisse der Zeit. 1917 wurde alle diese Texte zur Ehelehre im CIC (Codex Juris Canonice) erstmals gesammelt und so festgeschrieben. 1983 hat man den CIC erneuert, um den Veränderungen durch das Zweite Vaticanum Rechnung zu tragen. Der Frauenbund folgt also durchaus katholischer Tradition, wenn er über die Rechte von Eheleuten informiert. In diesem Fall über die staatliche Rechtsfolgen einer Eheschließung. Schließlich informiert beim Brautprotokoll der zuständige Priester ja auch über die kirchenrechtlichen Folgen der Trauung.

Soll ich mich kirchlich trauen lassen? Ja, aber warum eigentlich?

Ich bezeichne die kirchliche Eheschließung gerne als Veröffentlichung der Liebesgeschichte gläubiger Menschen. Alle sollen sehen, die Zwei gehören zusammen! Sie meinen es ernst und gehen Verbindlichkeit füreinander ein. Menschen, die an Gott glauben, möchten diese existentiell wichtige Entscheidung für den Geliebten ihrem Gott gegenüber, vor den Menschen und besonders vor der Trauungsgesellschaft zeigen.

Dazu kommt für Katholiken die Dimension des Sakramentes: Heiratet ein Paar kirchlich, wissen sie Gott in guten und schlechten Zeiten ihrer Beziehung nahe. Sie sind quasi in der Ehe zu dritt unterwegs. Regt mich beispielsweise mein Mann allzu sehr auf und ich frage mich in meinem Ärger, warum um alles in der Welt ich denn gerade ihn geheiratet habe, kann ich mich bei Gott darüber ehrlich beklagen. Im schlimmsten Fall stelle ich es Gott anheim, meinen Partner jetzt in dieser schweren Zeit zu lieben – dann, wenn ich es nicht mehr kann. Das befreit zunächst einmal, gibt Abstand zu meiner Sorge und zum derzeitigen Elend. So ein Gebet entlastet – und öffnet manchmal ganz neue Perspektiven. Irgendwas Liebenswürdiges, Liebenswertes muss ich damals bei unserer Hochzeit gespürt doch auch gesehen haben. Ein Scheusal hätte ich doch nie geheiratet! So eine Erinnerung an gute Tage hilft aus so mancher Sackgasse raus. Also kurz gesagt: Ich heirate kirchlich, weil mir meine Beziehung und mein Glaube wichtig sind. Und: Wir sind sowohl einzeln als auch als Paar in schwierigen Zeiten nicht allein.

Wie steht der Frauenbund zu lesbischer Liebe?

Wen man liebt, kann man sich nicht aussuchen, auch nicht seine sexuelle Prägung. Hier gilt es in Respekt vor der Personenwürde der beiden Frauen ihre Gewissensentscheidung zu achten. Auch wenn wir als Gemeinschaft aller Gläubigen um die besondere Kraft der Liebe zwischen Mann und Frau wissen und uns ihr verschrieben haben.

Was denkt der Frauenbund über Scheidung?

Auch hier hilft ein Blick in die Bibel. Die Trennung ist schon im Neuen Testament als Weg erkennbar, wenn Gläubige mit einem Partner nicht mehr zusammen leben können. Schon damals war dabei immer klar, dass ein „Skandal“ vermieden werden musste, d.h. z.B. Hartherzigkeit. Wer seine Frau verließ, musste dafür Sorge tragen, dass sie auch weiterhin das ihr zustehende Auskommen erhielt, dass sie sich nicht prostituieren musste oder ins Elend fiel, ebenso die Kinder! Das gilt auch jetzt noch. Problematisch ist kirchlicherseits die Wiederheirat. Denn das Sakrament der Ehe gilt laut dem versprechen bei der Trauung „bis der Tod uns scheidet“.