Ein Projekt des
Frauenbund Bayern

Bist Du in dieser Situation?

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration hat eine Broschüre erstellt, in der auf 118 Seiten alle wichtigen rechtlichen Fragen rund um Ehe und Partnerschaft beantwortet werden. Darin werden verschiedene Situationen beschrieben, in denen Du Dich vielleicht auch befindest. Lade Dir hier die Broschüre runter und schau nach, ob eine der folgenden Fallkonstellationen auf Dich zutrifft!

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1. Lebensgefährten

Wenn Ihr nicht verheiratet seid, solltet Ihr in jedem Fall einen Partnerschaftsvertrag abschließen – denn dann fehlen Euch viele gesetzliche Regelungen, die mit der Ehe selbstverständlich sind. Dazu gehören besonders unterhaltsrechtliche und güterrechtliche Regelungen, bei denen es um einen Ausgleich von finanziellen Nachteilen geht, die einer der Partner durch eine Arbeitsteilung in der Partnerschaft hat. Gerade in Bezug auf den Unterhalt kann der Partnerschaftsvertrag sehr wichtig sein – denn da könnt Ihr für den Trennungsfall Unterhaltszahlungen festlegen, die der Partner bekommt, der auf die Kinder aufgepasst hat. Wenn einer von Euch nicht berufstätig ist, weil er beispielsweise auf ein Kind aufpasst oder dem Liebsten wegen des Berufes ins Ausland folgt, sollte auch über einen Vermögensausgleich nachgedacht werden. Sehr wichtig ist das auch bei der Absicherung Eurer Altersvorsorge! Solange keine Regelungen zu Immobilieneigentum vereinbart werden, braucht Ihr für den Partnerschaftsvertrag auch keinen Notar. In der Broschüre findet Ihr alle Informationen hierzu auf den Seiten 10 und 88-101.

2. Zuverdienerehe

Ist einer von Euch beiden voll erwerbstätig und der oder die andere nur teilweise? Dann habt Ihr eine Zuverdienerehe. Dann solltet Ihr Regelungen zum Unterhalt nach einer möglichen Trennung finden. Damit kannst Du sicherstellen, dass finanzielle Nachteile, die durch die Teilung von Aufgaben in der Ehe und der Erziehung von Kindern entstanden sind, ausgeglichen werden. Ihr könntet außerdem prüfen, ob vielleicht sogar eine zusätzliche Altersversorgung aufgebaut werden sollte. In der Broschüre findet Ihr alle Informationen hierzu auf den Seiten 10 und 13. 

3. Einverdienerehe

Ist nur einer von Euch beiden berufstätig? Dann seid Ihr in einer sogenannten Einverdienerehe. Oft werden hier die Haushaltsarbeiten und die Kinderbetreuung von dem Ehegatten übernommen, der nicht erwerbstätig ist. Ist dies der Fall, sollte der Unterhalt nach einer Trennung unbedingt geregelt werden! Ansonsten kann sich in diesem Fall der Lebensstandard für den nicht erwerbstätigen Partner nach der Trennung drastisch verschlechtern.  Informiert Euch auf den Seiten 11 und 13!

4. Doppelverdienerehe

Wenn Ihr beide mehr oder weniger Vollzeit arbeitet, nennt sich das Doppelverdienerehe. Dies ist meistens zunächst das einfachste, aber so eine Situation kann sich ja ändern! Deshalb solltet Ihr auch hier Regeln finden. Es kann beispielsweise passieren, dass durch einen durch einen Partner notwendigen Umzug das Einkommen des anderen sinkt. Oder die Kariere von einem von Euch leidet durch die Erziehung und Betreuung der Kinder. Lest auf den Seiten 12 und 58, was Ihr tun könnt!

5. Unternehmerin bzw. Unternehmer mit eigener Firma oder Erbin bzw. Erbe

Hier sollte besonders sorgfältig gearbeitet werden! Schließt Ihr in diesem Fall keinen Ehevertrag, kann dies nach einer Trennung bist zur Zerschlagung des Unternehmens führen. Auch im Falle eines geerbten Vermögens kann es zu großen Problemen kommen, wenn dies während der Ehe eine Wertsteigerung erfährt. Geholfen wird auf den Seiten 12, 56, 58, 60 und 65.

6. Zweite Ehe/Späte Ehe

Manchmal kommt das Glück eben etwas später – und ist dann umso schöner! Solltet Ihr erst in vorgerücktem Alter heiraten, solltet Ihr beispielsweise zum Thema Altersunterhalt Regelungen finden – oder auch eine Gütertrennung vereinbaren. Auch die Angehörigen von Euch beiden sollten hier immer bedacht werden. Mehr findet Ihr auf den Seiten 12, 55, 65 und 66!

7. Ehe mit Auslandsbeteiligung

Wenn Ihr im Ausland heiratet, kann es sein, dass dabei das jeweilige ausländische Ehegüterrecht für Euch in Kraft tritt. Vielleicht wollt Ihr das ja gar nicht? Deshalb solltet Ihr genau klären, welche rechtlichen Regelungen für Euch nun gültig sind und welche Auswirkungen das hat. Habt Ihr beide unterschiedliche Staatsbürgerschaften? Dann könnt Ihr wählen, welches Recht angewendet wird. Lest Euch das aber besser alles auf den Seiten 13, 53, 54, 70 und 86 durch!

8. Eingetragene Lebenspartnerschaft bei gleichgeschlechtlichen Paaren

Es nennt sich zwar noch nicht Heirat, aber vieles ist bei den eingetragenen Lebenspartnerschaften der Ehe sehr ähnlich. So ist beispielsweise das Unterhaltsrecht, das Güterrecht, der Versorgungsausgleich und das Erbrecht in den Rechtsfolgen angeglichen. Dennoch solltet Ihr über einen Partnerschaftsvertrag nachdenken! Informiert Euch auf den Seiten 13 und 87!