Ein Projekt des
Frauenbund Bayern

Zuverdiener- oder Einverdiener-Ehe

Du möchtest arbeiten und Kinder bekommen:
Das solltest Du im Ehevertrag regeln

Für meinen Verlobten und mich ist es glasklar: Wir möchten eine Familie gründen und trotzdem beide beruflich erfolgreich sein. Schließlich habe ich nicht umsonst vier Jahre studiert. Sollte sich aber ein Baby ankündigen, möchte ich mich schon – gerade in den ersten Monaten – ganz intensiv um unsere kleine Maus kümmern. Und auch danach im Job etwas kürzer treten. Wichtig ist mir aber dabei, finanziell nicht komplett von meinem Mann abhängig zu sein. Wie wir das konkret hinbekommen, möchte ich in unserem Ehevertrag festlegen.

Ehevertrag: Zuverdiener-Ehe oder Einverdiener-Ehe

Damit Du Dir eine ungefähre Vorstellung machen kannst, wie das dann im Ehevertrag aussieht, hier schon ein paar Fakten. Eins gleich vorab: Sobald es in den rechtlichen Bereich geht, kommen mehr oder weniger sperrige Fachbegriffe ins Spiel. Also: Arbeitet Dein Mann ganztags und Du in Teilzeit spricht man von einer Zuverdiener-Ehe. Ist nur Dein Mann berufstätig oder gehst nur Du arbeiten, führt ihr eine so genannte Einverdiener-Ehe. Bei beiden Varianten ist es wichtig genau festzulegen, wie die finanziellen Einbußen, die derjenige hat, der sich um die Kinder kümmert, ausgeglichen werden können. Da das höchstwahrscheinlich Du als Frau sein wirst, ist es in Deinem Interesse Dir Gedanken über etwa eine zusätzliche Altersvorsorge zu machen. Schließlich sollst Du dafür, dass Du Dich um eure Kinder kümmerst und beruflich kürzer trittst, nicht finanziell benachteiligt sein.

Ein fairer Ehevertrag gleicht Nachteile aus

Arbeitet nur Dein Mann (Stichwort Einverdiener-Ehe) und legst Du eine Pause im Job ein, um Dich komplett um die Kinder zu kümmern, ist ein Ehevertrag ein Muss, der den Unterhalt nach einer Trennung regelt. Stell Dir vor, es kommt zur Scheidung! Dann musst Du beim Lebensstandard deutliche Abstriche machen. Und wer will das schon? Denn als dann alleinerziehende Mama einen passenden und auch noch gut-bezahlten Arbeitsplatz zu finden, ist alles andere als einfach. Wie die Regelung dann aussieht, liegt ganz bei Dir und Deinem Mann. Ihr könnt zum Beispiel vereinbaren, dass er Dich finanziell unterstützt, damit Du Dich weiterqualifizieren und wieder fit für den Arbeitsmarkt machen kannst. Auch das Thema Rente solltest Du kritisch hinterfragen. Hier rate ich Dir lieber zu überprüfen, ob der gesetzliche Versorgungsausgleich ausreicht. Ansonsten solltest Du über eine separate Altersvorsorge für Dich nachdenken.

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