Ein Projekt des
Frauenbund Bayern

Die schönsten Hochzeitstraditionen

Die schönsten Hochzeitsbräuche, Hochzeitstraditionen & Hochzeitsspiele

Nun sind die ganzen Formalitäten rund um meine Hochzeit geregelt – und ich kann mich immer noch nicht ausruhen! Aber der Teil, der jetzt kommt, macht Spaß. Ich möchte nämlich planen, wie wir Hochzeit feiern. Damit meine ich die Gestaltung der Feier nach dem offiziellen Teil, also nach der Trauung und dem Essen. Na klar, ich kenne ein paar Hochzeitsspiele wie Brautstrauß werfen und Hochzeitsbräuche: was Geliehenes, was Blaues, was Neues und was Altes zum Beispiel – oder heißt es was Gebrauchtes, was Geborgtes … ich weiß es nicht mehr genau. Doch welche Hochzeitsbräuche gibt es eigentlich sonst noch? Ich fände es auch schön, den Ursprung der Hochzeitsbräuche in Deutschland zu kennen. Ob Hochzeitswalzer oder andere Hochzeitsbräuche: Alle Bräuche zur Hochzeit haben ja ihre eigene Geschichte. Manche vermeintlich deutschen Hochzeitsbräuche stammen gar nicht aus Deutschland, es sind vielmehr Hochzeitsbräuche der Welt, die in vielen Ländern Fuß gefasst haben.

Die beliebtesten Hochzeitsbräuche rund um die Trauung

Vor und nach der Trauung gibt es etliche Hochzeitsbräuche. Standesamt oder Kirche, das macht im Hinblick auf die Bräuche kaum einen Unterschied. So verschieden die Bräuche zur Hochzeit regional auch sind, sie alle sollen guten Wünschen für die Zukunft Ausdruck verleihen. Das sehr beliebte, aber meist nicht erwünschte Reiswerfen steht zum Beispiel für die Hoffnung auf Kindersegen, das Sägen eines Baumstammes weist auf gerechtes Verteilen der häuslichen Pflichten zwischen Mann und Frau hin und das „Poltern“ mit Geschirr – niemals Glas! – am Polterabend soll böse Geister verscheuchen. Die Brautentführung, bei der es heute fröhlich zugeht, ist auf den brutalen mittelalterlichen Brauch zurückzuführen, dass sich Adlige das Recht auf die „erste Nacht“ mit den Bräuten ihrer Untergebenen nahmen. Es gibt aber auch moderne Hochzeitsbräuche, zum Beispiel der Autokorso mit lautstarkem Hupen oder heliumgefüllte Herzluftballons, die mit guten Wünschen bestückt in die Luft aufsteigen.

Blaues Strumpfband, Brautstrauß & Anstecksträußchen

Hochzeitsbräuche für Braut und Bräutigam können auch Traditionen sein, die seit Langem gepflegt werden. So überreicht der Bräutigam traditionell vor der Kirche den Brautstrauß. Sein Anstecksträußchen am linken Revers greift die Farben und Blumen des Brautstraußes auf. Einer der Hochzeitsbräuche für die Braut, die ich am meisten mag, stammt aus England: Die Braut soll am Tag der Hochzeit etwas Altes (something old), etwas Neues (something new), etwas Geliehenes (something borrowed) und etwas Blaues (something blue) tragen. Originalgetreu heißt es abschließend noch: und dazu einen Glückspfennig im Schuh (a Sixpence in her shoe). Da bin ich natürlich dabei! Ich werde eine alte Brosche meiner Oma tragen, mir Haarnadeln von meiner besten Freundin leihen, ein blaues Strumpfband aus Samt habe ich mir auch schon besorgt – und neu werden die Brautschuhe sein. Die werden dann nach alter Sitte symbolisch auf der Hochzeitsfeier versteigert. Damit bin ich schon beim Punkt Hochzeitsspiele und Ablauf einer Hochzeitsfeier nach dem Essen.

Hochzeitsbrauch: Brautstrauß werfen – Wer ist die Glückliche?

Einer der bekanntesten Hochzeitsbräuche ist sicherlich der Brautstraußwurf. Wer den Brautstrauß fängt, steht vielleicht selbst bald vor dem Traualtar. Aber wusstest Du, dass es beim Werfen des Brautstraußes zwei Varianten gibt? Bei dem Klassiker dreht sich die Braut mit dem Rücken zu einer Gruppe unverheirateter Hochzeitsgäste und wirft den Brautstrauß blind in die Menge. Bei der zweiten Version bilden die Gäste einen Kreis. In der Mitte steht die Braut mit verbundenen Augen und wird mehrfach gedreht, um die Orientierung zu verlieren. Dann setzt Musik ein und die Gäste wandern langsam im Kreis um die Braut herum. Wenn die Musik aussetzt, bleiben alle stehen. Die Braut geht auf einen Hochzeitsgast zu und überreicht den Brautstrauß.

Hochzeitsbrauch: Die Legende vom Brautbecher

Der Braut- oder Hochzeitsbecher gehört heute zu den eher unbekannten Hochzeitsbräuchen, dabei verbirgt sich dahinter eine romantische Legende. Die Tochter eines Herzogs und ein junger Goldschmied verlieben sich, doch der Herzog ist gegen diese Verbindung und wirft den Goldschmied in den Kerker. Da seine Tochter fortwährend jammert und fleht, erklärt er sich mit der Hochzeit einverstanden, wenn der Goldschmied eine Aufgabe erfüllt. Er soll einen Becher herstellen, aus dem das Paar gleichzeitig trinken kann. Natürlich glaubt der Herzog, dass diese Aufgabe unlösbar ist. Doch der Goldschmied präsentiert schließlich den „Brautbecher“, aus dem beide Liebenden gleichzeitig trinken und endlich Hochzeit feiern dürfen. Das Geheimnis hinter der Konstruktion: Bewegliche Verbindungsstücke halten einen großen und kleinen Becher zusammen, die sich unabhängig voneinander kippen lassen.

Hochzeitsbrauch: Brautjungfern – zum Schutz der Braut

Die Brautjungfern haben als Schutz und Begleitung der Braut eine lange Tradition. Schon im Mittelalter wurden der Braut einige Mädchen zur Seite gestellt, die ähnliche Kleider trugen und auf diese Weise böse Geister verwirren und von der Braut ablenken sollten.

  • Auch wenn der Aberglaube rund um Geister und Dämonen weitestgehend verschwunden ist – der Hochzeitsbrauch der Brautjungfern erlebt ein Revival.
  • Gute Freundinnen oder Verwandte spielen als Brautjungfern auch heute eine wichtige Rolle, denn häufig übernehmen sie Aufgaben, um das Hochzeitspaar zu entlasten.
  • Zum Beispiel helfen sie bei den Hochzeitsvorbereitungen, betreuen die Gäste und kümmern sich darum, dass die Braut sich wohlfühlt. Geblieben von der Tradition sind auch die hübschen Kleider.
  • Brautjungfern tragen meist gleiche oder ähnliche Outfits und stechen dadurch besonders hervor. Dabei gilt natürlich immer: Die schönste Frau an diesem Tag ist und bleibt die Braut.

Wie feiert man Hochzeit und was für Hochzeitsspiele gibt es?

Stell dir doch mal deine traumhafte Märchenhochzeit vor: Angenommen, du bist mit deinem frisch angetrauten Traumprinzen in einer Kutsche zum Schloss gefahren. Im Foyer stapeln sich die Geschenke der Gäste und alle haben königlich gespeist. Nun folgt die Rede des Brautvaters, es werden ein paar Hochzeitsgedichte vorgetragen – und dann … gähnende Langeweile!

Ob großes Schloss oder kleines Lokal, nach dem Festmahl sind für gewöhnlich alle ein wenig träge. Um die Hochzeitsgesellschaft etwas aufzulockern, sind Aktivitäten wie Hochzeitsspiele jetzt genau richtig, und zwar am besten solche, bei denen auch die Gäste mitmachen. Das „Erkennungsspiel“ ist ein Klassiker und sorgt immer für viele Lacher. Es gibt Varianten für die Braut, die beim Abtasten diverser Männerwaden – natürlich mit verbundenen Augen – die Waden ihres Ehemannes erkennen soll. Die Männer stellen sich dafür auf Stühle oder Podeste und rollen je ein Hosenbein hoch. Ich habe aber schon beschlossen, dass mein Mann sich die Augen verbinden lassen muss! Meine Freundinnen und ich setzen uns und strecken ihm unsere schlanken Fesseln entgegen. Er muss mich also an meinen Fußknöcheln erkennen – da bin ich mal sehr gespannt! Bei schönem Wetter möchten wir auch ein paar Spiele nach draußen verlegen. Danach ist ein guter Zeitpunkt, den schwungvollen Teil der Feier mit unserem Brauttanz zu eröffnen.

Der Polterabend – Scherben bringen Glück

Anders als beim Junggesellinnenabschied feiert beim Polterabend das Brautpaar die bevorstehende Hochzeit mit Freunden und Familie gemeinsam. Ganz nach dem alten Sprichwort „Scherben bringen Glück“ werden am Polterabend Geschirr, aber auch sonstige Keramik lautstark zu Boden geschmissen. Das laute Scheppern und Krachen soll die Brautleute vor bösen Geistern schützen, ist aber vor allem ein großer Spaß – zumindest für die Gäste, denn das Brautpaar muss nach altem Brauch den Scherbenhaufen gemeinsam zusammenkehren und beweist dadurch Zusammenhalt.
Übrigens: Wie Du einen Polterabend vorbereitest und was alles dazugehört, kannst Du im Artikel „Tipps für den Polterabend“ nachlesen.