Ein Projekt des
Frauenbund Bayern

Wenn’s ums Geld geht …

Welche Steuerklasse nach der Hochzeit?

Mit was man sich herumschlagen muss, wenn man einfach nur „ja“ sagen will! Heute Nacht habe ich geträumt, ich sei mit meiner Steuerklasse verheiratet, besser gesagt, mit dem uralten Steuerberater meiner Eltern. Als ich das meinem Verlobten erzählt habe, hat er sich ausgeschüttet vor Lachen und gefragt, ob er sich ernsthaft Sorgen machen müsse. Statt in Ruhe meine Hochzeit zu planen, beschäftigt mich also gerade die Frage, welche Steuerklasse nach der Hochzeit sinnvoll ist. Aber ich habe Glück, in unserem Fall ist es ziemlich einfach. Nach einer Heirat erhält nämlich jeder erst einmal die Steuerklasse IV. Das geschieht automatisch, sogar dann, wenn nur ein Ehepartner verdient. Für uns ist das in Ordnung, weil wir beide annähernd gleich viel verdienen. Wir lassen es einfach so, denn die Kombination der Steuerklassen III und V rechnen sich nur bei unterschiedlichen Verdiensten. Ehepaare werden außerdem standardmäßig zusammen veranlagt, als Wirtschaftsgemeinschaft sozusagen. Ehegattensplitting nennt sich das. Bei uns ist das ebenfalls sinnvoll, bei anderen kann die Getrenntveranlagung steuerlich günstiger sein. Ich habe zum Thema Steuerklasse nach Heirat Infos gesammelt – hier ein kleiner Überblick:

Überblick Steuerklassen-Kombinationen: IV/IV und III/V

Die Steuerklasse IV ist als Normalfall vorgesehen, besteuert wird hier das gemeinschaftliche Jahreseinkommen – unabhängig davon, wer wie viel verdient. Das Modell ist gut geeignet und fair, wenn beide Ehepartner arbeiten und es beim Lohn keine großen Unterschiede gibt.

Bei der Kombination der Steuerklassen III und V wird der Ehepartner, der mehr Geld verdient, nach Steuerklasse III besteuert und derjenige, der weniger verdient, nach Steuerklasse V. Die Abzüge des Geringverdienenden sind hoch, vom Gehalt bleibt wenig übrig. Steuerklasse V ist immer noch die typische Steuerklasse nach der Hochzeit für Frauen. Im Hinblick auf eine spätere finanzielle Absicherung kann das von Nachteil sein, mal ganz davon abgesehen, dass die hohen Abzüge natürlich auch frustrieren.

Ab wann gilt die neue Steuerklasse nach Hochzeit?

Hochzeit – ab wann neue Steuerklasse und gilt diese Steuerklasse bei Hochzeit rückwirkend? Ja, genau so ist es. Wer im Dezember heiratet, muss zwar mit Schnee und Eis rechnen, warm ums Herz wird den Brautleuten aber vielleicht beim Gedanken an die Anrechnung der Steuerklasse: Eine Hochzeit im Dezember bringt den maximalen Steuervorteil in Form einer Rückerstattung für das gesamte Jahr. Mit unserem Hochzeitstermin im September liegen wir da also schon ganz gut und sparen bares Geld. Aber du weißt ja, wir hatten einen viel romantischeren Grund für den Termin als die günstigere Steuerklasse nach der Hochzeit. Trotzdem nehmen wir den Vorteil natürlich gerne mit. Falls dich nicht nur das Wann, sondern auch das Warum interessiert, fragst du sich wahrscheinlich so wie ich: warum die Steuerklasse nach Hochzeit ändern? Das hat steuerrechtliche Gründe. Es ist vom Gesetzgeber so vorgesehen, dass Verheiratete und Paare, die in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben, eine andere Steuerklasse erhalten als ledige, geschiedene verwitwete oder alleinerziehende Steuerzahler. Bei einer Eheschließung wechselt ihr also beide automatisch die Steuerklasse. Ihr müsst dann nur überlegen, ob das Standardmodell – Steuerklasse IV und eine gemeinsame Steuerklärung – für euch passt.

Welche Steuerklasse nach Hochzeit angeben?

Wie eben schon kurz erwähnt, wird die Steuerklasse nach der Hochzeit automatisch auf die Steuerklasse IV geändert und du wirst dann mit deinem Ehemann auch unaufgefordert gemeinsam veranlagt. Dieses Ehegattensplitting dürfen auch eingetragene Lebenspartnerschaften anwenden! Möchtet ihr das anders lösen, also getrennt veranlagt werden oder bei der Zusammenveranlagung die Steuerklassen III und V kombinieren, müsst ihr dazu beim Finanzamt einen Antrag in Schriftform einreichen. Wenn du dir nicht sicher bist in Bezug auf Veranlagung und Steuerklasse nach der Heirat, kann sich eine Steuerberatung lohnen. Alternativ gibt es für die Steuerklasse nach einer Hochzeit Rechner, die ebenfalls hilfreich sind. Vielleicht ist es bei euch aufgrund besonderer Konstellationen etwas verzwickt mit der Steuerklasse. Verheiratet zu sein ändert eben vieles. Selbstständigkeit ist so ein Thema, welche Steuerklasse wenn Frau selbstständig ist – oder Mann? Die Steuerklassen gelten nicht für Selbstständige, aber wenn einer der Ehepartner angestellter Arbeitnehmer ist, kann sie oder er natürlich auch zwischen den Steuerklassen für Verheiratete wählen und getrennt oder gemeinsam veranlagt werden. Aber Achtung: Mit allem, was von der Regel Zusammenveranlagung abweicht, müssen immer beide Ehepartner einverstanden sein und dies mit ihren Unterschriften dokumentieren.

Wie Steuerklasse nach Hochzeit ändern …

… und daraus ergeben sich auch schon gleich die nächsten Fragen: Wo Steuerklasse nach Hochzeit ändern und wer ändert die Steuerklasse nach Hochzeit? Alles, was nicht automatisch vorgesehen ist, müsst ihr zusammen persönlich beim zuständigen Finanzamt regeln. Du kannst dir von deinem Mann natürlich auch eine Vollmacht ausstellen lassen und die zusammen mit seinem Personalausweis mitnehmen. Oder du sparst dir den Weg und schickst deinen Mann mit allen Unterlagen zum Finanzamt. Zu den Unterlagen gehört auch der ausgefüllte Antrag auf Steuerklassenwechsel, den das Bundesfinanzministerium online zum Download bereithält. Der Bescheid, dass die Mission Änderung der Steuerklasse nach Heirat gelungen ist, wird euch auf dem Postweg zugestellt.

Welche Steuerklasse nach Hochzeit für Beamte und andere besondere Fälle

Welche Steuerklasse nach der Hochzeit für Arbeitslose, Selbstständige, Beamte und Schwangere am günstigsten ist, lässt sich überhaupt nicht pauschal beantworten. Allerdings richtet sich die die Höhe von Arbeitslosen- oder Mutterschaftsgeld nach der Steuerklasse – es werden rückwirkend die letzten 12 Monate einbezogen. Eigentlich macht aber in allen Sonderfällen weniger die Steuerklasse als vielmehr die Zusammen- oder Einzelveranlagung den entscheidenden Unterschied. In diesen Fällen kann sich der Wechsel zur Einzelveranlagung lohnen:

  • Selbstständigkeit eines Ehepartners
  • Verluste eines Ehepartners
  • Bezug von Lohnersatzleistungen (Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld)
  • Erhalt einer stattlichen Abfindung
  • Scheidungsabsicht

Nachdem ich bei meinen Recherchen am Punkt „Scheidung“ angelangt war, dachte ich, jetzt langt’s aber! Schluss mit dem Steuerthema, ab sofort beschäftige ich mich lieber wieder mit meinem Herzallerliebsten. Sonst denkt er noch, ich hätte wirklich ein Auge auf den Steuerberater geworfen.